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Der Kämpfer: Björn Einar Romoeren

Erstellt am: 10.12.2019 15:43 / hn

Björn Einar Romören, Ex Skispringer - Weltklasse 2001 - 2014 / 8 Weltcupsiege
Björn Einar Romören, Ex Weltrekordhalter im Skifliegen -  239 Meter  (2005 - 2011)
Björn Einar Romören, Krebs-Patient 2019 - 2020
Björn Einar Romören, Familienmensch und Daddy 2020 - ∞


Er war für viele Jahre das Gesicht des Skispringens: der Sunnyboy, der Typ bei dem man immer den Eindruck hatte, Skispringen ist ein Sport, bei dem man sich einfach oben auf den Startbalken setzt und dann mit viel Spaß nach unten fliegt. 

Immer gut drauf, immer für ein Späßchen aufgelegt, nie abgehoben, immer grundsympathisch.

Was bei Romören so spielerisch aussah, war aber alles andere als spielerisch, es war das Ergebnis von harter Arbeit, Disziplin, Mut und einem gewaltigen Kämpferherz. 

Er wäre auch als Surfer oder Coverboy für irgendwelche Strandsportarten durchgegangen mit seinen langen wehenden Haaren. Und Romoeren wurde zu seiner aktiven Zeit auch von den meisten so wahrgenommen, als der große Sunnyboy. Dabei war er immer mehr ein Arbeiter und ein Kämpfer als einer dem es nur um den Spaß ging. Immer wieder hatte der Mann aus Oslo während seiner Karriere auch mit Rückenproblemen und Verletzungen zu kämpfen und immer wieder arbeitete und kämpfte er sich zurück, mit Fleiß und Disziplin.

Diese 20 Sekunden machten Romoeren weltberühmt (Video unten auf der Seite): Der Skiflugweltrekord in Planica (SLO) am 20. März 2005, 239 Meter für die Ewigkeit.
Romoeren hatte nur wenige Stunden zuvor bereits mit 234,5 Metern einen neuen Weltrekord aufgestellt, diesen Rekord verlor er nur Minuten später an den  Finnen Matti Hautamaeki der auf 235,5 Meter flog. Romoeren konnte noch einmal kontern und segelte auf unfassbare 239 Meter. 


Einige Male „zerlegte" es den schlaksigen Norweger auch heftig auf den Schanzen. So zum Beispiel 2011 in Predazzo, als er einen spektakulären Abflug vom Schanzentisch hinlegte. Ein anderes Mal rutschte ein Schanzenarbeiter von hinten mit Steigeisen voraus in den auf dem Balken sitzenden Romören hinein. 20 Zentimeter weiter links oder rechts und das wäre es gewesen mit der Karriere von Björn Einar Romören. Hier die unglaubliche Szene von Pragelato im Video

Beklagt hat er sich nach solchen Szenen nie, es war nie seine Art sich zu beklagen und er beklagt sich auch jetzt nicht.

Romören nahm solche Situationen zur Kenntnis, wirklich beeindruckt hat ihn so etwas nicht. Romoeren ist ein richtig harter Typ.

Im Frühjahr wurde Krebs bei dem inzwischen 38-jährigen diagnostiziert. Und Romören weiß, dass er den Kampf seines Lebens kämpft. Und wieder beklagt er sich nicht, und wieder hat man den Eindruck, dass er spielerisch mit der Situation umgeht. Er redet offen über seine Krankheit, er stellt sich den Medien, er besucht, von der Chemotherapie gezeichnet,  Empfänge und ist präsent.

"Ich werde diesen Kampf gewinnen" sagt Romoeren der sich seit Mai einer Chemo-Therapie unterzieht die noch bis März 2020 dauern wird. Was ihm fehlt ist die Zeit  für seine Frau und seine beiden Kinder (Sohn Fred wird am Freitag 2, Tochter Fiona wird 5 Monate), die Therapie und die Klinikaufenthalte sind zeitaufwendig. Und es fehlt als Folge der extremen körperlichen Belastung die Energie die bei ihm als durchtrainiertem Weltklasseathleten immer vorhanden war - wie selbstverständlich.
Nach seinem Kampf gegen den Krebs wird er wieder ganz der Alte sein, für seine Frau und seinen beiden Kinder in Oslo, daran bestehen keine Zweifel für Björn Einar Romören, den Sunnyboy des Lebens.

Get well soon Björn-Einar!

 

 

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